BWL (Betriebswirtschaftslehre)

Betriebswirtschaftslehre (BWL) ist einer der beliebtesten Studiengänge in Deutschland. Kein Wunder, denn das BWL-Studium bietet eine große Auswahl an Spezialisierungsmöglichkeiten, die dem Absolventen verschiedenste Berufswege eröffnen.

Die Betriebswirtschaftslehre ist ein Teilgebiet der Wirtschaftswissenschaft und befasst sich mit der Führung, Steuerung und Organisation eines wirtschaftlichen Betriebs. Die Grundannahme basiert darauf, dass Güter knapp sind - also nicht unendlich verfügbar - weshalb ein ökonomischer Umgang mit eben diesen Gütern und eine effiziente Arbeitsweise erforderlich sind. Aufgabe und Ziel der BWL ist es, Entscheidungsprozesse in Unternehmen zu erklären und zu unterstützen sowie einzelnen Betrieben eine Hilfestellung bei wirtschaftlichen Fragen zu leisten. Dafür lernen die Studierenden Techniken, ein Unternehmen strategisch und praktisch so ökonomisch wie möglich zu gestalten.

„Am meisten interessiert mich an BWL, dass man sich in einem sehr dynamischen Themengebiet bewegt, denn ständig müssen sich Betriebe auf Ihr Umfeld, Ihre Partner und Ihre Kunden anpassen.“

Stephan K., 25

Studieninhalte

Zu Beginn des BWL-Studiums werden den Studierenden Grundkenntnisse und Zusammenhänge sämtlicher Bereiche der Betriebswirtschaft vermittelt sowie die Fähigkeit wissenschaftliche Methoden praxisorientiert anzuwenden. Zu den Grundlagen des BWL-Studiums gehören in der Regel

  • Betriebswirtschaftlehre
  • Volkswirtschaftslehre
  • Rechtswissenschaft
  • Wirtschafts- und Bankrecht
  • Rechnungswesen
  • Mathematik/Statistik
  • Wirtschaftsinformatik
  • Grundlagen des Marketing
  • Wirtschaftssprachen Englisch, Französisch und Spanisch (wahlweise)
  • Schreiben wissenschaftlicher Arbeiten
  • Präsentations- und Diskussionsfähigkeit

In den späteren Semestern haben die Studierenden die Möglichkeit, sich fachlich zu spezialisieren, indem sie zwischen verschiedenen Schwerpunkten auswählen. Diese sind u.a.

  • Internationales Marketing
  • Personalmanagement
  • Unternehmensführung und Organisationsentwicklung
  • Produktionsmanagement und Logistik
  • Management und Controlling
  • Externes Rechnungswesen
  • Betriebliche Steuerlehre/Wirtschaftsprüfung
  • Finanzierung

Zukunftsperspektiven

Die Karrierechancen für BWL-Absolventen sind breit gefächert und variieren je nach Schwerpunktwahl. Mögliche Berufsfelder sind u.a.

  • Unternehmensberatung
  • Marktforschung
  • Finanzabteilung
  • Wirtschaftsprüfungsorganisation
  • Projektplanung und -steuerung
  • Personalabteilung
  • Marketingabteilung
  • evtl. internationale Organisationen

Der “Bachelor of Arts” in BWL ermöglicht den Absolventen ebenfalls Zugang zu verschiedenen Masterstudiengängen wie z.B.

  • International Business
  • Marktorientierte Unternehmensführung
  • Wirtschaftsprüfung, Steuern, Recht und Finanzen

Voraussetzungen

Formal

Grundsätzlich wird für ein BWL-Fernstudium eine Hochschulzugangsberechtigung, also das Abitur, vorausgesetzt. Teilweise genügt jedoch auch die Fachhochschulreife. Unter gewissen Bedingungen ist ein Fernstudium sogar ohne Abitur möglich. Diese Option variiert je nach Hochschule und Bundesland. Studienbewerber ohne Abitur müssen eine mindestens zweijährige abgeschlossene Berufsausbildung mit anschließender dreijähriger Berufserfahrung vorweisen oder bereits eine Ausbildung zum staatlich geprüften Betriebswirt absolviert haben. Aufstiegsfortbildungen wie z.B. Meister oder Fachwirt sind auch gern gesehen und erhöhen die Chancen auf einen Studienplatz.

In der Regel gibt es keinen Numerus Clausus (NC) für ein BWL-Fernstudium, da eine Fernhochschule im Gegensatz zu einer Präsenzuni keine Platzprobleme hat. An manchen Fernhochschulen ist die erforderliche Durchschnittsnote jedoch ein weiteres Aufnahmekriterium. Der NC ist an jeder Hochschule unterschiedlich, weshalb ein Vergleich sinnvoll erscheint. In den letzten Jahren schwankten die Zahlen zwischen 1,2 und 3,4 - tendenziell liegt der Notenschnitt für das BWL-Studium jedoch sehr hoch.

Zudem nutzen viele Hochschulen Eignungstests, Motivationsschreiben oder Bewerbungsgespräche als Auswahlkriterien. Persönliche bzw. menschliche Kompetenzen sind somit auch ausschlaggebend.

Persönlich

Wer BWL studieren möchte, sollte auf jeden Fall Interesse an wirtschaftlichen und sozialwissenschaftlichen Themen haben. Außerdem ist es sinnvoll, wenn Bewerber ein mathematisches Grundverständnis sowie eine gewisse Analysefähigkeit vorweisen, da Mathematik und Statistik wesentlicher Bestandteil des Studiums sind.

Studieninteressierte sollten ein hohes Maß an Leistungsbereitschaft sowie kommunikatives Talent mitbringen. Weitere persönliche Soft Skills wie Selbstdisziplin, Belastbarkeit, Zielorientierung und Eigeninitiative können ebenfalls zum Studienerfolg beitragen. Betriebswirte arbeiten oft zusammen, weshalb Teamfähigkeit, aber auch Durchsetzungsvermögen von Nutzen sein kann. Das Verständnis für ökonomische und gesellschaftliche Sachverhalte ist ebenfalls von Vorteil.

Neben den persönlichen Soft Skills werden auch gute Englischkenntnisse vorausgesetzt. Während des Studiums werden viele Fachtexte auf Englisch gelesen, später im Berufsleben arbeitet man oft mit Betrieben auf internationaler Ebene zusammen.

Ist ein BWL-Studium das Richtige für dich? Hier kannst du es selbst testen.