Weiterbildungen: Sagt auch das Konto „Danke“?

vom 17.11.2016 | Autor: Sina Flicker

Weiterbildungen lohnen sich nicht nur intellektuell, sondern auch finanziell. Eine Behauptung, der wir hier auf den Grund gehen werden. Man lernt im Leben nie aus, das wissen wir alle. Aber ab wann sich die Lernerei auch auf dem Konto bemerkbar macht, ist die Frage. Heutzutage gibt es Weiterbildungsmöglichkeiten wie Sand am Meer. Es gibt kaum eine Berufsrichtung, die keine Weiterbildung anbietet. Ob Krankenschwester oder Vorstandsvorsitzender einer Bank, für alle ist was dabei. Aber gerade weil die Vielfältigkeit so groß ist, erschwert es oft die Suche nach etwas Passendem. Die folgenden Tipps helfen, das Labyrinth von Fortbildungsangeboten zu durchqueren.

Weiterbildungen: Sagt auch das Konto „Danke“?

Für viele ist Weiterbildung das klassische Fernstudium oder die firmeninterne Schulung, die eine neu eingeführte Software erklärt. Weiterbildung ist aber noch viel mehr als das und hat sich über die Jahre, vor allem durch die Digitalisierung selbst weitergebildet und entwickelt. Drei grundlegende Arten von Weiterbildungen haben sich durchgesetzt: öffentlich geförderte, betriebliche und private. Bei der ersten handelt es sich zum Beispiel um eine Schulung zu Pflegekräften, die durch den Staat gefördert wird. Bei betrieblichen Fortbildung handelt es sich um Qualifikationen, die einem im Berufsleben weiterhelfen und die oft vom Arbeitgeber finanziert werden. Und Private werden oft aus persönlichem Interesse gewählt, wie zum Beispiel ein Italienisch-Sprachkurs an der Volkshochschule (VHS). In der heutigen globalen Welt verschwimmen jedoch die Abgrenzungen immer mehr miteinander. Soft Skills sind wichtiger denn je. So kannst du zum Beispiel durch den Tangokurs an einer VHS, die ersten Führungsschritte lernen ohne gleich ein intensives Managerseminar zu absolvieren.

Wer und wann braucht man eine Weiterbildung?

Die Frage nach dem „wer“ ist fast schon rhetorisch, da wir alle nie auslernen werden und somit jedem prinzipiell eine Weiterbildung weiterbringen wird. Wann und warum ein Arbeitnehmer eine Fortbildung antreten möchte, liegt in den meisten Fällen an der eigenen Entscheidung. Vielleicht möchte der Angestellte seine Kenntnisse nach dem erfolgreichen Abschluss einer Ausbildung noch etwas vertiefen. Oder du möchtest eine ganz neue Richtung einschlagen und dich selbst neu definieren. Andere wiederum nutzen die Chance zur Weiterbildung, um eine akute Lücke im Lebenslauf zu füllen. Die einen wollen ihren Horizont erweitern und manch Anderer sein Bankkonto vergrößern. Die Beweggründe für eine Fortbildung sind somit unterschiedlichster Natur. Trotzdem gibt es gewisse Ausschlusskriterien, wie zum Beispiel Dauer und Kosten. Sowie auch Qualität und Authentizität, denn auch in dieser Sparte gibt es manchmal schwarze Schafe. Teuer ist nicht immer gleich gut.

Achtet auf:

  • seriösen Internetauftritt
  • Akkreditierung
  • Bewertungen
  • Impressum
  • Staatliche Förderung
  • Anruf für persönliche Einschätzung

Welche Weiterbildungen lohnen sich am meisten?

Abgesehen von den unterschiedlichen Institutionen und Anbietern ist in der Regel der Preis eines der ausschlaggebendsten Kriterien. Die Kosten können sich von „gratis“ bis zu „tausenden“ von Euros belaufen. Für Akademiker kann der Master of Business Administration (MBA) als Zusatzstudium an einer privaten Hochschule zwischen 10.000 - 20.000 Euro kosten. Er ist dafür aber auch eine der angesehensten Fortbildungen. Das Image von Fernstudiengängein Verbindung mit der Digitalisierung hat sich über mehrer Jahr stark verbessert. Heute kann man an Online-Seminaren teilnehmen, welche sich durch Modernität und Flexibilität auszeichnen. Die Kosten liegen hier oft zwischen 1.500 - 2.000 Euro. Des Weiteren entfallen durch die Online-Webinare Kosten für Reise und Unterkunft. Ein ebenfalls vertrauenswürdiger Fortbilder sind die Kammern. Ein IHK-Zertifikat ist nach wie vor gern gesehen. Auch wenn die VHS einer der günstigsten Anbieter sind, gelten ihre Kurse nicht als schlecht. Im Gegenteil. Da sie oft aus persönlichem Interesse gewählt werden, vermittelt es deinem potenziellen Arbeitgeber das Vorhandensein eigener Motivation und Wissenslust. Für den Fall, dass man sich diverse Angebote nicht leisten kann, gibt es auch staatliche Weiterbildungsförderung oder Stipendien wie das Meister- oder Schüler-Bafög. Oftmals wissen die Interessenten nicht, dass eine Weiterbildung gefördert wird. Die meisten Anbieter weisen dich aber darauf hin, da es auch die Seriosität ihres Angebotes unterstreicht.

...vor allem für das Gehalt?

Einer Faustregel des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zur Folge kann sich das Einkommen nach Zusatzqualifikationen durch eine Weiterbildungen bis zu fünf Prozent erhöhen. Dies tritt vor allem dann ein, wenn man sich in einem Jobwechsel befindet und die Weiterbildung ein gutes Argument für den neuen Gehaltswunsch ist. Eine weitere Studie des Vergleichsportals Gehalt.de hat über 80.000 Gehälter analysiert. Die Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass sich Zusatzqualifikationen längerfristig auszahlen. Das Durchschnittsgehalt nach einer absolvierten Ausbildung beträgt, laut der Studie, in Deutschland im Durchschnitt 36.000 Euro. Nach anschließender Fortbildung zum Fachwirt oder einem Meistertitel könne das Gehalt bis auf über 43.000 Euro ansteigen. Das ist eine Lohnerhöhung von 7.000 Euro. Je nach Branche können diese Summen variieren. Besonders bei Hochschulabsolventen lohnt sich der bekannte MBA. Laut Studien kann ein Bachelorabsolvent mit einem MBA ca. 57.000 Euro verdienen. Eine Masterabsolvent mit MBA sogar bis 73.000 Euro. Jedoch gilt es zu beachten: Eine solche Gehaltserhöhung erfolgt nicht sofort. Selbst, wenn man eine Fortbildung oder Weiterbildungen absolviert hat, heißt das nicht, dass man direkt mehr Geld bekommt. Oft folgen Gehaltserhöhungen nach und nach und zahlen sich daher erst langfristig aus. Und die allerwichtigste Regel sollte keiner unterschätzen, nämlich dass es an einem selbst liegt, wie man sich in einem Gehaltsgespräch verhält. Auch ohne Zusatzqualifikation und durch ehrliche, gute Arbeit kann man seinen Chef überzeugen. Denn am Ende zählt nicht immer nur der Hunderter mehr auf dem Konto, sondern auch Lob und Anerkennung durch den Chef und die Kollegen.

Zu viel Weiterbildung, zu viel Überforderung?!

Vorweg gesagt, sollte in erster Linie nicht nur mehr Geld der Grund für eine Weiterbildung sein, sondern das eigene Interesse sein Wissen zu erweitern. Man sollte sich vorweg einen guten Zeitpunkt mit entsprechendem Zeitplan erstellen und sich überlegen, wann eine Fortbildung in Frage kommt. Denn häufig sind Arbeitnehmer überfordert und setzen sich unter Druck, mit ihrem Wissen auf dem neuesten Stand zu bleiben. Früher, wir reden von vor 50 bis 70 Jahren, hatte es gereicht, ausgelernt zu haben. In der heutigen Arbeitswelt, die durch ihre Schnelllebigkeit geprägt ist, ändern sich Dinge von heute auf morgen. Arbeitnehmer möchten den Anschluss nicht verlieren und versuchen sich anzupassen und alles Neue zu erlernen. Dabei ist es wichtig, darauf zu achten, dass sie einen nicht überrollt, die Überforderung. Weiterbildung hin oder her, der Kernbereich eines Berufs ist und bleibt der wichtigste. Dieser zeichnet dich aus und sollte dich glücklich machen.