Neue Sprachen lernen: Für den Job meist ein Muss und vom Alter unabhängig

vom 09.04.2015 | Autor: Bettina Senft

Es gibt viele gute Gründe dafür, eine neue Sprache zu lernen. Und noch viel mehr Möglichkeiten, erfolgreich und mit Spaß die eigenen Fremdsprachenkenntnisse aufzufrischen oder zu erweitern.

Neue Sprachen lernen: Für den Job meist ein Muss und vom Alter unabhängig

Die Gründe, die uns bewegen, eine neue Sprache zu lernen, sind vielfältig. Es kann der Wunsch dahinter stehen, etwa mit Japanisch-Grundkenntnissen ganz neue Interessen oder Gebiete erschließen zu wollen. Oder du willst dir den Traum erfüllen, dem Lieblingsurlaubsland noch näher zu kommen und die nächste Italienreise nicht als „normaler“ Massentourist anzutreten.

Es sind jedoch nicht nur private Gründe, die dafür sprechen, eine neue Sprache zu erlernen. In fast jedem qualifizierten Job sind heute Fremdsprachenkenntnisse erforderlich. Dies zeigt beispielsweise eine Studie des E-Learning-Anbieters Rosetta Stone, in der 500 Führungskräfte befragt wurden. Danach findet in 95 Prozent der großen Unternehmen Kommunikation in mehr als einer Sprache statt. Fremdsprachenkenntnisse sind also oft der entscheidende Pluspunkt bei der Einstellung oder einem Sprung auf der Karriereleiter.

Es wundert daher nicht, dass eine Umfrage der Digital Publishing AG bereits im Jahr 2012 ergab, dass die Deutschen eine neue Sprache vor allem aus beruflichen Gründen (40 Prozent) erlernen. Den eigenen Urlaub gaben nur 22 Prozent der Befragten an; und einen längeren Auslandsaufenthalt 20 Prozent.

Sprachreise oder Online-Kurs – der Lerntyp entscheidet

Wer eine neue Sprache erlernen oder seine vorhandenen Kenntnisse auffrischen möchte, dem bieten sich dazu verschiedene Möglichkeiten. Sprachkurse und Sprachreisen haben den Vorteil, dass vor allem das Sprechen trainiert wird. Wer Hemmungen hat, kann diese in kleiner Runde abbauen. Mit ersten Grundkenntnissen könntest du dann eine Sprachreise antreten. Das Erlernte lässt sich hier in Alltagssituationen üben. Frag nach dem Weg oder bestell etwas im Restaurant zu Essen. Nur wenn du aktiv die Sprache trainierst, wirst du sicherer im Umgang mit ihr.

Obwohl das Sprechen der beste Weg ist eine Sprache zu erlernen, verlieren Sprachschulen und Sprachreisen jedoch immer mehr an Bedeutung. Dies war ebenfalls ein Ergebnis der Umfrage der Digital Publishing AG. Immer mehr Menschen greifen auf Online-Sprachkurse zurück. 73 Prozent der Befragten gaben an, lieber am Computer oder über das Internet eine Sprache zu lernen.

So ermöglicht es zum Beispiel eine Sprachlernsoftware, das Schreiben, Hören und Lesen zu üben. Auch die Aussprache lässt sich mittels Spracherkennung verbessern. Du solltest dir jedoch bewusst sein, dass du auf diesem Wege das freie Sprechen nicht trainieren werden kannst.

Bei den Online-Kursen im Internet können die Lerninhalte beispielsweise auf einer Lernplattform heruntergeladen werden. Oder es gibt „virtuelle Klassenzimmer“. Diese haben den Vorteil, dass ein direkter Austausch zwischen Lehrern und Schülern stattfindet. Zusätzlich werden Foren und Chats zur Kommunikation angeboten.

Welcher Lerntyp bin ich?

Die Fachautoren des Internetprojekts „Philognosie“ bieten einen kostenlosen Test an, mit dem du herausfinden kannst, welcher Lerntyp du bist.

Auch viele Fernlehrinstitute bieten Online-Kurse an. Hierüber lassen sich oft auch Zertifikate über die Fremdsprachenkenntnisse erwerben. Daher bietet sich diese Lösung besonders für Menschen an, bei denen die Qualifikation für den Job eine Rolle spielt.

Noch flexibler als mittels Online-Kurse ist das Lernen einer Sprache mit Hilfe einer App für Smartphones oder Tablets möglich. Diese eignen sich jedoch meist nur für kleine Einheiten, da es doch häufig zu Unterbrechungen kommt.

Welche Art des Sprachenlernens für dich am besten geeignet ist, hängt vor allem davon ab, welcher Lerntyp du bist.

Das Alter spielt keine Rolle

Unwichtig, ist dagegen dein Alter. Auch wenn Kinder scheinbar mühelos ein muttersprachliches Niveau erreichen, bleibt die Fähigkeit, etwas Neues zu lernen, ein Leben lang erhalten. Dies haben Lernforscher wie beispielsweise Christian Stamov Roßvogel bewiesen. Er vertritt die Theorie, dass die Qualität des Lernens bis zum 70. Lebensjahr nahezu gleich bleibt. In einem Interview der Zeit berichtete er, dass ältere Menschen die Jüngeren oft sogar übertrumpften; die Sprachgewandheit Älterer sei eindeutig höher.

Es ist also auch später jederzeit möglich, sich neue Fremdsprachenkenntnisse anzueignen. Entscheidend für den Erfolg sind dabei meist die Motivation und das Durchhaltevermögen. Wichtig ist, dass du den Spaß am Lernen nicht verlierst. Suche dir beispielsweise einen Lernpartner im Familien- oder Freundeskreis. Schaue fremdsprachige Filme und baue die neue Sprache so oft es geht in deinen Alltag ein. Weitere Tipps für das Erlernen einer Fremdsprache findest du hier.